15.09.07

Crime-Telegramm / 15-Jähriger vergewaltigte und mordete 85-Jährige

Das Opfer und die Beweise (Ekstra Bladet, 15.9.2007)


Am Freitag verhaftete die dänische Polizei einen 15-jährigen Jungen auf Grönland. Man verdächtigte ihn, in der dänischen Stadt Aalborg die 85-jährige Gerda Møller vergewaltigt und ermordet zu haben. Der Junge gestand sofort nach der Verhaftung.

Der junge Grönländer kam im April im Rahmen eines Jugendaustauschprojektes nach Dänemark. Er galt als recht unauffällig, hatte jedoch eine schwierige Kindhat und war inzwischen wegen kleineren Ladendiebstählen bei der Polizei bekannt. Allerdings hatte er nie irgendwelche Aggressionen gezeigt.



Als die norddänische Stadt am 28. Mai den jährlichen Karneval feierte, bei dem in den Straßen gesungen und getanzt wird und bei dem natürlich auch viel Alkohol fließt, ist bei dem Jungen ganz offensichtlich eine Sicherung durchgebrannt.

Er überfiel Gerda Møller in ihrer Wohnung, vergewaltigte und ermordete sie mit zahlreichen Messerstichen. Merkwürdig: Anschließend verhielt er sich so, als sei nichts passiert. Keiner hegte auch nur den geringsten Verdacht, dass irgendetwas Außergewöhnliches im Leben des Jungen passiert sein könnte, und im Juni reiste der 15-Jährige wie geplant heim nach Grönland.

Die Polizei hatte jedoch mehrere interessante Spuren. U.a. einen Schuhabdruck und eine Phantomzeichnung. Die Phantomzeichnung zeigte einen jungen dunkelhaarigen Mann, der eventuell aus Grönland stammen konnte.

Der Schuhabdruck stammte von einem in Dänemark nicht sehr häufig verkauften Adidas-Sportschuh. Alle Käufer dieses Schuhs wurden überprüft, bis man ein Paar Schuhe fand, das mit einer grönländischen Kreditkarte bezahlt worden war. Die Polizei legte 1 und 1 zusammen und reiste nach Grönland.

Dass der Täter ein nur 15-jähriger Junge war, erschütterte die Fachleute doch sehr. Man hatte sich einen kaputten Menschen vorgestellt und stand nun vor einem Jungen, der fast noch ein Kind ist. Wieso hatte er plötzlich eine so alte Dame überfallen? Was war damals der Auslöser? Bis jetzt kennt noch niemand die Antwort.

Da der Junge noch minderjährig ist, wird wahrscheinlich auch beim Prozess nicht sehr viel bekannt werden.

Kriminalpsychologe Jörn Beckmann mutmaßte nach der Verhaftung und nach dem Geständnis: "Er hat die alte Dame mit zahlreichen Messerstichen verletzt. Desto öfters man zu sticht, desto mehr ist von einer Affekthandlung die Rede. Er muss jede Menge Wut in sich gehabt haben. Entweder ist er mit dieser Wut schon zu Gerda Møller gekommen, oder sie hat ihn wütend gemacht."

Crime-Telegramm / Katrine geht es besser

Katrine, die in einer Fußgängerunterführung im Kopenhagener Feine-Leute-Viertel Hellerup von einem bisher Unbekannten zusammen geschlagen wurde, geht es besser. Sie hat einen dreifachen Schädelbruch, und die Ärzte fürchteten, dass sie für immer einen Hirnschaden erlitten haben könnte. Aber sie erholt sich zum Glück besser, als befürchtet.

Katrine wurde mit einem Gegenstand geschlagen - mit welchem, will die Polizei aus Rücksicht auf die Nachforschungen nicht mitteilen.

Mehrere Dänen - u.a. ein Filmproduzent - haben inzwischen gespendet. Auf einem Konto gibt es nun 100.000 Kronen - das sind ca. 12.500 Euro. Das Geld soll derjenige bekommen, der der Polizei bei der Suche nach dem Täter den ausschlaggebenden Hinweis gibt.

14.09.07

Crime-Telegramm / Mädchen übefallen

In Kopenhagen wurde in dieser Woche Katrine (10) in einer Fußgängerunterführung überfallen. Die Polizei vermutete erst eine Jugend-Gang oder eine Bande krimineller Mädchen, die im Stadtteil berüchtigt ist. Selbst einen Unfall wollte man erst nicht ausschließen. Obwohl letzteres schwer vorstellbar war. Katrine lag mit einem dreifachen Schädelbruch inmitten einer Blutlache - weit weg von jeder Treppe und jedem Hindernis, über das sie hätte fallen können!


Erst war Katrine bewußtlos, aber nun erfahren die Polizisten mehr und mehr von dem schwer verletzten Kind, das immer nur wenige Sätze sprechen kann. Offenbar hat ein einzelner erwachsener Mann das Kind angegriffen und sinnlos zusammen geschlagen. Man vermutet, dass der Täter eventuell sexuelle Absichten hatte, sich dann aber plötzlich gestört fühlte und verschwand.

Obwohl sich noch alles im Bereich der Mutmaßungen befindet, erinnert der Fall viele Kopenhagener auf erschreckende Weise an den Mord an Roujan. Ein dunkelhaariges zierliches Mädchen wird "mitten in der Stadt" in einem einzigen kurzen unbeoabachteten Augenblick überfallen. Die Polizei selbst hat den Fall Roujan noch nicht erwähnt, aber es ist bekannt, dass alle neuen Spuren automatisch mit den Fakten von damals verglichen werden.

Man wird sicherlich noch mehr hören




Freitags-Seite-1 der dänischen Zeitung "Ekstra Bladet".: "Alle haben Angst vor dem Katrine-Täter. Er wird wieder zuschlagen. Psycholge warnt: Passt auf eure Kinder auf."

11.09.07

Der schwedische Kannibale / Der Horror geht weiter

Die Opfer Anna Norell und Camilla Lifvendahl

Nach dem Mord an Anna Norell war sich die Polizei sicher, in Tommie K. den Mörder gefunden zu haben. Keiner glaubte ihm seine Geschichte von dem großen Unbekannten, der plötzlich in der Küche auf Anna eingestochen hatte. Tommie hatte Annas Pflegebruder nie kennen gelernt. Deshalb hatte er Lennart an jenem Schreckensmorgen nicht erkannt.
Lennart begriff, dass die Polizei nicht kommen und ihn nicht verhaften wird. Einerseits entspannte er sich, andererseits wusste er, dass er bald wieder töten wird.


In seinem Kalender kringelte er den 30. Oktober ein. Später wird ihn die Polizei fragen, was er am 30. Oktober vorhatte. Er wird dann antworten: „An diesem Tag ist Halloween, an diesem Tag wollte ich jemanden töten.“

Bis dahin wollte Lennart Persson die schrecklichen Stimmen in seinem Kopf unter Kontrolle halten.

„Ich glaube, dass der erste Mord mir jeden Respekt vor dem menschlichen Leben genommen hat. Eines Tages kam die Polizei und wollte mit mir über Anna sprechen. Danach begannen die Träume wieder. Die Dämonen sprachen wieder zu mir, und ich bekam wieder diesen Blutdurst.“

In Lennarts Kopf müssen sich in jenen Monaten schreckliche Phantasien abgespielt haben. Immer wieder dachte er ans Morden. Er wollte Blut trinken und zustechen und zerstören. Wenn er Kinder in der Nachbarschaft sah, wollte er auf sie einstechen. Aber sie waren nie alleine.

„Als der zweite Mord passierte, hatte ich nach einem neuen Opfer, dessen Blut ich trinken könnte, Ausschau gehalten. Die Kinder, die ich sah, waren immer mit ihren Eltern zusammen. Darüber bin ich heute sehr froh.“

Am Ende war der Trieb stärker als jede Vernunft.

Es war der 25. Oktober, also noch fünf Tage bis Halloween. Lennart hielt den Druck nicht mehr, er nahm sein Fahrrad und radelte zu Camilla Lifvendahl, einer weiteren Pflegeschwester. Auch sie hatte genau wie Anna ein glückliches Leben aufgebaut. Camilla war allein erziehende Mutter, studierte Erziehungswissenschaften und wollte Lehrerin werden.

Am Morgen des 25. Oktober ist Camilla noch zu Hause. Ihre kleine Tochter jedoch ist – zum Glück – bereits in der Schule!

„Was für eine Überraschung“, sagt sie, als Lennart vor der Tür steht. „Kommst du auf einmal und besuchst mich?“

Lennart zog sofort sein Messer und stach mehrere Male auf sie ein. Er muss oft zustechen. „Das Messer war viel zu schwach“, berichtete er später. Aber am Ende starb seine Pflegeschwester. Mehr als 80 Mal hatte Lennart auf seine Schwester eingestochen! „Ich trank ihr Blut. Dann ging ich ins Bad und wusch mich. Ich suchte nach ihrer Tochter, ich wollte sie töten. Aber ich fand sie nicht. Dann fuhr ich glücklich nach Hause. Ich hatte mein Ziel erreicht, ich hatte Blut getrunken.“ Er verbrannte die blutigen Kleider und behielt nur ein Stück mit Blut, an dem er später riechen wollte. Dann schlief er ein.
Camillas Tochter war neun Jahre alt. Camilla hatte versprochen, sie von der Schule abzuholen. Camilla hatte eine schwierige Beziehung hinter sich, lebte nun mit ihrer Tochter an einer geheimen Adresse, damit ihr Ex sie nicht finden konnte. Mutter und Tochter waren ein Team, das fest zusammen hielt. Als Camilla nicht erschien, um das Mädchen von der Schule abzuholen, wussten die Lehrerin sofort, dass etwas passiert sein musste. Am späten Nachmittag alarmierten sie die Polizei.

Lennart schenkte der Tragödie, die er verursacht hatte, keinen Gedanken. Er schlief den ganzen Tag und die ganze Nacht, aber als er aufwachte, hatte das Glücksgefühl ihn verlassen.
Er begriff, was er getan hatte.
Einen Trost hatte er jedoch: Er war sich sicher, dieses Mal verhaftet zu werden. Er setzte sich auf seinen Stuhl und wartete auf die Polizei. Panik stieg in ihm hoch, als sie auch dieses Mal nicht erschien. Er wusste, er würde wieder töten müssen. Und er wusste auch, dass er das auf keinen Fall noch einmal wollte. Lennart trank Putzmittel und schnitt sich die Pulsadern auf. Dann torkelt er hinaus auf die Wiese vor seiner Scheune. In diesem Moment erschien die Polizei. Sie hatte inzwischen 1 und 1 zusammen gelegt und erkannt, dass die Opfer Anna und Camilla über einen gemeinsamen, psychisch gestörten Pflegebruder miteinander verbunden waren.
Am 27. Oktober wurde Lennart Persson festgenommen. Später sagte er über diesen Tag: „Es war eine Befreiung.“

Was danach geschah

10.09.07

Crime-Telegramm / Junge Mutter immer noch verschwunden

Dung Tran Larsen ist immer noch verschwunden! Auch die Suche in den letzten Tagen hat nichts gebracht. Ihr Mann und ihre Schwiegermutter sitzen immer noch in U-Haft. Ihr Schwager ist inzwischen wieder auf freiem Fuß, die Polizei fordert jedoch für ihn eine Nachrichtensperre. Er soll sich über den aktuellen Stand der Dinge nicht informieren dürfen.

Der schwedische Kannibale

Aus einem verstörten und einsamen Kind wurde ein Mann, der mit
seinen eigenen Dämonen kämpfen musste.
Dann tötete er mit über 60 Messerstichen seine Pflegeschwester, trank ihr Blut und aß kleine Stückchen von ihrem Fleisch.
Ein völlig Unschuldiger wurde verhaftet und von der Polizei als
bluttrinkender Kannibale behandelt.
Erst ein zweiter Mord brachte Licht ins Dunkel.
Die schwedische Presse bezeichnete ihn von Anfang an als "Kannibalen", obwohl das Trinken des Blutes für ihn wichtiger war, als das Essen des Fleisches. Mit dem Begriff "Vampir" würde man das Wesen von Lennart Persson wahrscheinlich besser beschreiben. Aber da er als "Kannibale" in die schwedische Kriminalgeschichte eingegangen ist,
habe ich mich an diesen Begriff gehalten.

Lennart war von Anfang an anders als alle anderen. Er wurde mit einer leichten Behinderung am Bein geboren und verbrachte große Teile seiner Kindheit im Krankenhaus, da er immer wieder operiert werden musste. Er war ein Außenseiter. Die anderen Kinder hatten keine Lust, mit ihm zu spielen. Weder in der Nachbarschaft oder in der Schule. Allerdings lag das wahrscheinlich weniger an seinem Bein, als an seiner Familie.

Seine Eltern liebten Katzen über alles, zeitweise lebten über 70 Tiere auf dem Grundstück. Die Folgen blieben nicht aus. Lennart stank nach Katzenclo! Manchmal so sehr, dass die Lehrer beim Jugendamt klagten! Selbst ein Taxifahrer, der die Familie einmal transportiert hatte, meldete das "stinkende Kind" beim Jugendamt.

Umso erstaunlicher ist es, dass das Jugendamt nicht nur nicht eingriff, sondern Lennarts Eltern sogar Pflegekinder zuwies.

Immer wieder lebten fremde Kinder bei der Familie Persson. Diese Kinder waren die einzigen, mit denen Lennart Kontakt hatte.

Als er älter wurde, schien sich sein Leben dennoch zu normalisieren. Lennart träumte vom Zirkus und besuchte in Gävle sogar eine Zirkusschule. Dann zog er bei seinen Eltern aus und richtete sich in der Scheune eine kleine Wohnung ein.

Keiner ahnte, dass die Lennart schon damals Stimmen im Kopf hatte, die langsam zu Monster heranwuchsen - Monster, die ihre Opfer und vor allem Blut und Fleisch forderten.

In der Nacht zum 30. März 2005 war es besonders schlimm.

Lennart konnte nicht schlafen, und wenn er endlich einnickte, dann träumte er von roher Gewalt. „Als ich aufwachte, war ich voller Aggressionen. In meinem Kopf war nur Blut und Gewalt“, berichtete er später. Er ekelte sich vor sich selbst, wie schon so oft zuvor. Er hatte zwar in harter Arbeit gelernt, diese Stimmen zu ignorieren.

Aber an diesem Tag bekam er sie einfach nicht in den Griff.

Es ist noch früh am Morgen, als er sich in einen Bus setzt und nach Sätra, einem Vorort von Gävle, fährt. Er will Anna Norell (19) besuchen. Er und Anna sind in der gleichen Pflegefamilie aufgewachsen. Während er dort noch in einer Scheune lebt, hat Anna den Sprung in die Normalität geschafft. Sie ist mit Tommie K., einem jungen Mann voller Zukunftspläne, zusammen gezogen und seit wenigen Wochen Mutter. In der Nacht zum 30. März haben sie ihr Baby Verwandten gegeben. Anna und Tommie wollen eine Nacht ausschlafen.

Als Lennart an der Tür klingelt ist es noch so früh am Tag, dass Anna noch im Nachthemd ist. Sie öffnet und lädt ihn zu einer Tasse Kaffee in der Küche ein. Nach ein paar Begrüßungssätzen verliert Lennart die Kontrolle endgültig. Er zieht sein Messer, das er immer bei sich trägt, und sticht auf Anna ein. Sie schreit und bettelt um ihr Leben. "Warum tust du das? Ich bin doch deine Schwester!" Tommie hört im Schlafzimmer die Schreie. Er läuft in die Küche, sieht das Massaker – und läuft davon! „Er war feig“, sagt Lennart später beim Prozess. „Er hätte Anna retten müssen. Auf der anderen Seite war es auch richtig. Wenn er geblieben wäre, hätte ich ihn auch getötet.“

Anna brach nach über 60 Messerstichen tot zusammen. Lennart trank das Blut seiner Schwester, und angeblich aß er auch einige Stückchen von ihrem Fleisch.

In diesem Moment begriff er, was er getan hatte. Er drückte Anna, schüttelte sie, wollte sie wieder lebendig haben. Er verstand - und trotzdem gab das Monster in ihm keine Ruhe. Lennart ließ Anna liegen und machte sich auf die Suche nach ihrem Baby. „Ich wollte es töten und essen“, gestand er später.

Er fand es nicht und machte sich blutüberströmt auf den Heimweg.

Was nun passierte, ist kaum zu glauben. Lennart nahm den nächsten Bus, und keiner wunderte sich und keiner fragte. Unterwegs hörte er die Sirenen. Tommie hatte nach seiner Flucht die Polizei alarmiert. Lennart im Prozess: „Als ich umsteigen musste, ging ich in eine öffentliche Bibliothek und machte mich dort etwas sauber. Ich wusch mir die Hände und wunderte mich, dass mich niemand angesprochen hatte. Dann fuhr ich nach Hause. In der ersten Nacht konnte ich nicht schlafen. Ich saß da und wartete auf die Polizei. Ich dachte, dass sie jeden Moment kommen und mich verhaften wird.“

Aber sie kam nicht.

Stattdessen wurde Tommie K. verhaftet. Der junge Mann erlebte nun seinen eigenen Albtraum. Er hatte seine Freundin auf grausame Weise verloren, und nun nahm man ihm auch sein Kind und sperrte ihn ein. Kripo-Beamte beschuldigten ihn, Anna getötet und teilweise sogar gegessen zu haben. Der Albtraum sollte erst nach vielen Monaten beendet sein!

Lennart saß währenddessen daheim in seiner Scheune. Den 30. März 2005 hatte er in seinem Kalender rot umrandet. Genau wie den 30. März 2006. An diesem Tag wollte er zum Friedhof gehen und Anna gedenken!

Fortsetzung hier







In eigener Sache 6 / Umfrageergebnis

Der Feed funktioniert wieder! Hurra! Das war ein harter Kampf.


Und das Umfrageergebnis liegt vor!


Die Teilnahme war geradezu sensationell! ;-) Aber immerhin sieben Leser haben ihre Meinung abgegeben. Ich danke jedem einzelnen wirklich sehr!


Das Ergebnis lässt keinen Zweifel: Ich kann weiter machen, wie bisher. Ich hoffe aber doch auch auf kritische Stimmen, falls mal etwas nicht so sein sollte, wie man es erhofft.





Ingrid