14.12.07

Crime-Telegramm / 21 Jahre Haft für Dreifachmörder

Die Staatsanwaltschaft hatte Sicherheitsverwahrung gefordert, aber Shahzad Khan (31) bekam "nur" 21 Jahre Haft. Shahzad Khan hat im Oktober 2006 seine drei Schwestern ermordet. Das Gericht bezeichnete die Morde als "grotesk". Er behauptete, seine tote Mutter habe ihm die Morde befohlen. Das Gericht war statt dessen der Meinung, dass es ein Mord unter Einfluss von Alkohol und Drogen war. Eine Wiederholungsgefahr bestünde nicht.

12.12.07

Der grausame Fahrraddieb / Teil 2




Quelle: Aftonbladet


Juha kurz nach der Verhaftung in Dänemark








Fortsetzung von hier

Es dauerte nur eine Woche, dann konnten Juha und Marita verhaftet werden. Sie hatten versucht, sich nach Dänemark abzusetzen. Aber auch da war ihre Spur dank der weißen Angorakaninchen nicht zu übersehen. Als sie in Dänemark in einen Zug steigen wollten, wartete die Polizei auf sie. Juha und Marita wurden der schwedischen Justiz übergeben. Der Prozess fand in Schweden statt, da beide jedoch finnische Staatsbürger waren, wurden sie nach dem Urteil nach Finnland ausgewiesen.


Juha bei einer seiner Hochzeiten hinter Gittern in einer finnischen Zeitung:

Juha wurde zu lebenslanger Haft verurteilt, obwohl er versuchte, die Schuld auf Marita abzuschieben. Aber niemand vor Gericht glaubte ihm, dass die willensschwache Marita den sinnlosen Dreifachmord begangen haben könnte. Marita bekam einige Jahre Haft, sie lebt heute zurückgezogen in Finnland, ist Mutter und hat keinerlei Kontakt mehr zu kriminellen Kreisen.

Juha dagegen hat auch hinter Gittern weiter von sich Reden gemacht. Nach eigener Aussage hat er sieben Mal geheiratet! Vier Ehefrauen sind auch in der Öffentlichkeit bekannt. Eine Frau war eine finnische Messerstecherin, die den traurigen Ruf hat "Finnlands gefährlichste Frau zu sein", eine andere Frau war eine schwedische Journalistin.

Nach einer Hochzeit hat er den Namen gewechselt. Er heißt heute Nikita Joakim Fouganthine, allerdings hat er nie versucht, diesen Namen irgendwie geheim zu halten ... er ist heute als Nikita genauso bekannt, wie seit jeher als Juha!

14 Jahre nach dem Urteil gab er ein Zeitungsinterview. In diesem Interview gab er die Tat zum ersten Mal zu. "Ja, ich habe geschossen. Ich bekam Panik ..."

Juha hat seit seiner Verurteilung immer wieder versucht, aus dem Knast auszubrechen. Sechs Mal ist es ihm gelungen, wobei einige Ausbrüche sehr spektakulär waren. Einmal nahm er seinen Englisch-Lehrer als Geisel, einmal war er mit seiner damaligen Frau 111 Tage auf der Flucht - die meiste Zeit davon in Nordschweden, genau wie einst in den wilden 80er Jahren.

Er hat immer wieder um Begnadigung gebeten, aber das wurde immer abgelehnt. Die letzte Ablehnung kam im Sommer 2007. Die Öffentlichkeit reagierte deshalb verblüfft, als im Dezember 2007 bekannt wurde, dass Juha 2008 auf Bewährung freikommt (siehe hier).

Crime-Telegramm / Bandenkrieg in Kopenhagen

Man glaubt es kaum, aber in Taastrup, einer Kopenhagener Plattenbautenvorstadt, kommt es zur Zeit zu regelrechten Bandenkriegen. Hier leben so viele Einwanderer, dass bereits von einem "Ghetto" gesprochen wird. Am Dienstag Abend fuhren fünf Männer mit Autos vor und schossen aus fünf bis sechs verschiedenen Waffen auf einen Wohnblock. Insgesamt wurden 75 Schüsse abgegeben, Fenster und Türen und mehrere Autos wurden zerstört. Eine Frau bekam Schnittwunden, von dem Kugelregen selbst wurde Gott sei Dank niemand getroffen.

10.12.07

Der grausame Fahrraddieb




Juha Valjakka damals und heute,
Quelle: Polizei, Aftonbladet




Åmsele ist ein kleiner schwedischer Ort am 64 Breitengrad. Nur noch ein paar Kilometer weiter nördlich, und man ist in Lappland. Auch die finnische Grenze ist recht nah, die Hauptstadt Stockholm liegt dagegen nicht nur 10 Autostunden entfernt -sie scheint mit ihrem eleganten Großstadttreiben eine ganz anderen Welt zu sein.
Nur 200 Menschen leben in Åmsele. Ihre Häuser sind weit verstreut errichtet, denn an Platz mangelt es hier bestimmt nicht. Man könnte Amsele als "gottverlassenen" Ort bezeichnen, wenn es hier mit seinen Flüssen und Wäldern, nicht so außergewöhnlich schön wäre.

Aber es gab einen Tag in der Geschichte der kleinen Siedlung, als Gott wirklich wegschaute und das Böse vorbeikam. Denn am 3. Juli 1988 war Amsele im wahrsten Sinne des Wortes ein von Gott verlassener Ort gewesen.

Dabei war der Tag ruhig und harmonisch verlaufen. Es war Sommer, die Mücken schwirrten in der Luft und die Leute genossen die kurze warme Jahreszeit mit vollen Zügen. Einige Touristen hatten sich in die Gegend verirrt. Einige gingen angeln, andere wanderten. Es war ein typischer nordschwedischer Sommertag.
.............
Ein merkwürdiges Pärchen hatte es sich an diesem Tag in einem Auto bei der Kirche von Amsele gemütlich gemacht: Juha Valjakka und seine Freundin Marita. Beide waren Finnen, beide waren Anfang 20, und beide betrachteten sich als moderne und finnische Ausgabe von Bonnie und Clyde! Juha hatte auf diesem Gebiet allerdings den weitaus größeren Karrierevorsprung! Mit 15 war er bereits 63 Mal von der Polizei verhaftet worden, während Marita eine ruhige Kindheit erlebt hatte.
Juha hatte Marita in einem Park kennen gelernt. Er hatte Marita angesprochen, als sie auf einer Parkbank saß: "Hallo, ich heiße Hanoi und bin ein Rockstar!"
Marita und Juha wurden sofort ein Paar. Sie betete ihn an, auch als er sie anbrüllte und auch, als er sie schlug. Einmal schlug er sie so hart, dass eine Narbe über dem Auge zurück blieb, aber auch das änderte nichts an ihrem Verhältnis. Sie machte alles, was er von er von ihr verlangte. Und als er die Idee bekam, mit ihr als Gaunerpaar quer durch Skandinavien zu ziehen, fand sie das Klasse und irgendwie romantisch.. Sie übernachteten in Hotels, ohne zu bezahlen. Sie klauten Autos, sie leerten Sammeldosen in den Kirchen und sie besorgten sich ihre Lebensmittel bei regelrechten Diebeszügen.
1987 stahl er einen Mercedes und verletzte auf der Flucht einen Mann schwer. Juha wurde verurteilt, Marita zog zu ihrer Schwester. Während Juha im Knast saß, verliebte sich Marita in einen anderen Mann. Sie versprach ihm und sich selbst, Juha in Zukunft die kalte Schulter zu zeigen.
Im April wurde Juha freigelassen, und am 1. Mai stand er vor ihrer Tür. Er wollte, dass sie wieder mit ihm loszieht, und wieder machte sie widerstandslos mit. Auch wenn sie andere Ziele und Wünsche gehabt hatte - immer noch machte sie alles, was Juha von ihr verlange. Mit auf der Partie waren - quasi zum Trost - ihre beiden weißen AngoraKaninchen, die sie ständig im Schoß hielt!
Juha und Marita reisten quer durch Skandinavien, und wo sie waren, hinterließen sie betrogene Hotels, aufgeknackte Autos und ausgeraubte Landsupermärkte. Die Polizei fand in den aufgebrochenen Autos immer wieder Kaninchenfutter und wusste deshalb, wer hier das Land unsicher machte.
Nach ein paar Wochen "on the road" legte sich Juha ein Hagelgewehr zu. Er sägte nach Gangster-Sitte den Lauf ab und trug es halb versteckt unter der Jacke.
Am 3. Juli 1988 kam das Pärchen nach Amsele in Nordschweden. Juha und Marita hatten einige Supermärkte beklaut, und nun feierten sie in ihrem Auto eine kleine Party. Sie tranken Bier und giftgrünen KiwiLikör und knabberten Erdnüsse. Beide bekamen einen Schwips, sie lachten viel, und selbst der meist düster gestimmte Juha war plötzlich richtig gut gelaunt. Als es Abend wurde, verließen Juha und Marita ihr Auto und spazierten ins Dorf.
.........
Dort kam Fredrik Nilsson (15) mit seinem Fahrrad von einem Ausflug zurück. Er war gerade ins Haus gegangen, als er sah, dass Juha und Marita sein Fahrrad klauten. Marita setzte sich hinten auf den Gepäckträger, Juha radelte lachend und singend davon. Fredrik alarmierte seinen Vater Sten, und zusammen liefen Vater und Sohn den Fahrraddieben nach!

Besonders mutig sind sie sich in diesem Moment bestimmt nicht vorgekommen, denn wer vermutet hinter einem Fahrraddieb schon einen potentiellen Dreifachmörder? Außerdem war Sten Offizier bei der schwedischen Armee, natürlich gab es für ihn keine andere Alternative als die, das Fahrrad zurückzuholen!

Auf dem kleinen Friedhof von Amsele holten Vater und Sohn die Fahrraddiebe ein. Es gab nur einen kurzen Wortwechsel, dann zog der Dieb sein abgesägtes Hagelgewehr hervor.

Mit entsicherten Gewehr zwang er Vater und Sohn auf die Knie. "Bitte mich um Gnade!", brüllte er den Vater an. Der stammelte hilflos: "Ich wollte doch nur das Fahrrad wieder haben ..." Juha schoss Sten aus nächster Nähe den Kopf ab. Frederick sah seinen Vater sterben und schrie: "Ich bin nur 13, lasst mich leben". In der letzten Sekunde seines Lebens hatte der 15-Jährige geschwindelt, aber auch diese Lüge half ihm nicht. Juha erschoss auch ihn.

Ewa Nilsson hatte vor ihrem Haus die Schüsse in der Ferne gehört. Voller Panik lief sie Richtung Friedhof. Dort sah sie, wie ein Mann in ein Auto sprang. Sie lief hin und klopfte an die Autotür. Juha sprang heraus, dabei riss er die Tür so gewaltsam auf, dass Ewa hinfiel. Juha nahm sein Gewehr und schlug mit dem Kolben mehrere Male auf ihren Kopf ein. Marita blieb mit ihren Kaninchen im Auto sitzen. Juha brüllte: "Bring mir das Gewehr!" Marita brachte es ihm gehorsam. Aber das Gewehr klemmte. Juha schnitt Ewa die Kehle durch.

Innerhalb weniger Minuten war eine dreiköpfige Familie ausgelöscht worden, weil ein Mann aus ein Fahrrad stehlen wollte und nichts mehr hasste, als Widerstand.



Spurensicherung auf dem Friedhof von Amsele, Polizeifoto




Verhaftung, Prozess, Haft und Weiteres folgt hier

09.12.07

Crime-Telegramm / Schwedens ungelöste Morde / Teil 2


Eva Söderström wurde 27 Jahre alt. Am 27. September 1987 besuchte sie mit ihrem kleinen Hund - einen Spitz mit Namen "Laban" - ihren Freund. Um 23 Uhr brachte er sie nach Hause. Die letzten 300 Meter wollte sie mit Laban zu Fuß gehen, damit er noch das Beinchen heben konnte. Ihr Freund setzte sie und Laban ab.

Eva kam nie zu Hause an. Am nächsten Tag fand man Eva und ihren Hund in der Nähe im Gebüsch. Beide waren mit zahlreichen Messerstichen getötet worden. Zeugen sahen am Abend vorher in der Nähe des Tatortes ein Fahrrad, ansonsten gab es keinerlei Hinweise.
...



Helena Andersson wurde 22 Jahre alt. Sie verschwand am 12. Juni 1992. Helena war auf einer Party in einem feinen Hotel in Mariestadt. Um 2 Uhr morgens verabschiedete sie sich, sie wollte zu Fuß nach Hause gehen. Eine Stunde später hörte man eine Frau schreien, aber niemand konnte etwas sehen. Helena kam nie zu Hause an. Am nächsten Tag fand man auf einem Radweg ihre Schuhe und ihren Schmuck. Sie selbst ist bis heute spurlos verschwunden, die Polizei geht jedoch davon aus, dass Helene ermordet wurde und der Täter ihre Leiche verschwinden ließ. Auch hier hofft die Polizei noch auf Hinweise

Crime-Telegramm / Schwedens ungelöste Morde

15 Prozent aller Tötungsdelikte werden in Schweden nicht aufklärt. Hier einige Verbrechen an Frauen. In allen Fällen wartet und hofft die Polizei immer noch auf DIE Hinweise.

Viveka Larsfäll wurde nur 17 Jahre alt. Man fand sie am 9. Mai 1983 hinter der Pfingstkirche in Linköping, neben ihr lag eine rosa Nelke. Am Abend zuvor hatte sie mit einem Mann getanzt, der eine rosa Nelke im Knopfloch trug. Dieser Mann stand nach dem Mord natürlich unter Verdacht, er wurde ausführlich verhört - aber ohne Erfolg.



In Schweden verjährt Mord nach 25 Jahren! Wenn der Mörder nicht bald gefasst wird, wird der Mord an Viveka ungesöhnt bleiben.




Eva-Marie Strandmark wurde 29 Jahre alt. Sie hatte eine fröhliche Nacht in der Stadt verbracht und war um 1 Uhr nachts in ihre Wohnung in Kristianstad heimgekehrt. Um 4.03 Uhr entdeckte ein Zeitungsjunge, dass es in ihrer Wohnung brannte. Das Feuer war an mehreren Stellen in ihrer Wohnung gelegt worden, Eva-Marie war schon vor dem Feuer gestorben. Bis jetzt gibt es keinerlei Hinweise auf den Täter, und die Kriminalpolizei in Schonen hofft immer noch auf wichtige Hinweise!

Annelie Ojonen wurde 24 Jahre alt. Sie lebte mit ihrem Freund auf der Insel Öland. Am 18. September 1997 besuchte Annelie ihre Mutter und erzählte ihr Freude strahlend, dass sie schwanger war! Am nächsten Tag verschwand sie spurlos. Ihr Freund erzählte der Polizei, dass sie morgens noch im Bett gelegen hatte, als er zur Arbeit ging. Seitdem hatte niemand mehr sie gesehen. Die Polizei geht davon aus, dass sie ermordet wurde und ihre Leiche im Meer versenkt wurde. Aber eine Leiche oder gar einen Täter gibt es bis heute nicht!


Crime-Telegramm / Dreifach-Mörder begnadigt


Eine Begnadigung hat vergangene Woche in Schweden und Finnland für Aufregung gesorgt. Juha Valjakkala (42) soll nach 20 Jahren Haft im nächsten Sommer auf freien Fuß kommen. Dabei galt Juha immer als ausgesprochen gefährlich.


Der gebürtige Finne war von Jugend an immer wieder kriminell geworden. Im Juni 1988 löschte er dann in Schweden eine ganze Familie aus. Vater, Mutter und der 15-jährige Sohn mussten sterben! Der außergewöhnlich brutale Dreifachmord ging in die Schwedische Kriminalgeschichte als die "Amsele-Morde" ein. Die Morde wurden zwei Mal verfilmt, und es wurden zwei verschiedene Romane über sie geschrieben.


Juha wurde der wohl einzige Mörder Skandinaviens, der nur beim Vornamen genannt wird. Wenn man von "Juha" spricht, weiß man im Norden, von wem die Rede ist.


In dem kleinen Ort Amsele gibt es einige, die Angst davor haben, dass Juha zurückkehren wird. Als bekannt wurde, dass er in Finnland begnadigt worden worden ist, zündeten einge der Anwohner spontan Kerzen an, die an die Juha-Opfer gedenken sollten.


Ich werde den Kriminalfall ausführlich im kommenden Posting schildern.