18.01.08

Crime-Telegramm / Profiler-Irrtümer

Und noch einmal "Lommemann" ...
Der Fall zeigt nun auch, wie sehr Kriminalpsychologen irren können. Der Ruf der "Profiler" hat im Lommemann-Fall jedenfalls einen schweren Schlag bekommen.

Im Sommer 2006 - als der Mann noch ganz Südnorwegen mit seinen Übergriffen auf Kinder unsicher machte - beschrieben ihn Psychologen so:

Er ist isoliert, einsam, ängstlich, unreif und ohne Anziehungskraft auf Frauen. Er ist unreif, und nur in Kontakt mit kleinen Jungen, kann er Wärme und Nähe spüren.

Inzwischen weiß man: Der "Lommemann" ist ein erfolgreicher und selbstsicherer Unternehmer, Vater von zwei erwachsenen Söhnen. Er hatte durchaus auch einen Bezug zu Frauen.

Allerdings sieht es auch so aus, als hätten die Psychologen doch ein bisschen recht gehabt. Der Mann muss jedenfalls sehr ängstlich gewesen sein! Sein Haus ist mit einer teuren Alarmanlage ausgerüstet und gleicht einer Festung.

16.01.08

Crime-Telegramm / Neues vom Lommemann - 3

Die Polizei sucht seit der seiner Verhaftung auch im Ausland nach Opfern. Unmittelbar deutet zwar nichts darauf hin, aber die Polizei überprüft trotzdem seine Auslandsreisen. U.a. soll er sich auch einen Wagen in Deutschland gekauft haben.

Der Tod von Karl XII. - das älteste Mordmysterium Skandinaviens



Wer tötete den schwedischen König Karl XII.?

Seit seinem Tod wird darüber gerätselt.
Er starb am 11. Dezember 1718 während einer Schlacht, er wurde nur 36 Jahre alt.

Einige Forscher vermuten ein schwedisches Kaliber, was bedeuten würde, dass er von seinen eigenen Leuten im Schützengraben erschossen worden ist. Andere Forscher glauben, die Kugel kam von außerhalb.

Das Eingangsloch ist jedenfalls größer, als das Ausgangsloch - was eher für eine feindliche Kugel spricht. Denn das deutet darauf hin, dass die Kugel aus großem Abstand abgegeben wurde.

Karl XII. hat Schweden immer wieder in den Krieg geführt. Für die einen war er ein Held, für die anderen ein Chaot, der das Land an den Rand des Abgrunds führte. U.a. hat er Norwegen zwei Mal angegriffen, bei der zweiten Belagerung von Oslo - die Stadt hieß damals Christiania und Norwegen war Teil des dänischen Königreiches - starb er dann. Seine Person ist bis heute sehr umstritten. In einigen schwedischen Büchern wird er als "Heldenkönig" bezeichnet, in anderen als ein Abenteurer.

Sein Grab wurde mehrere Male geöffnet, da die Forscher hinter das Rätsel seines Todes kommen wollen. Die letzte Öffnung ist allerdings schon fast 100 Jahre her! Sie war 1917!

Nun haben Forscher eine erneute Graböffnung beantragt. Man denkt, dass man mit dem heutigen technischen Know-How das Mysterium lösen könnte.

Die ganze Mordgeschicht ist von vielen Mythen umgeben. U.a. wird eine Kugel ausgestellt, die aus einem Knopf einer schwedischen Offiziersuniform gegossen wurde. Mit dieser Kugel soll der König angeblich ermordet worden sein. Das Problem ist nur, dass die Kugel erst lange Zeit nach dem Tod des Königs gefunden wurde. Der Kugel-Knopf wird seit 1930 im Varberg-Museum ausgestellt.

14.01.08

In eigener Sache 12 / Geld verdienen?

Guten Morgen,

man macht ja jeden Quatsch mit. Nun hab ich den Blog bei Trigami angemeldet. "Rezensionen schreiben und Geld verdienen". Man soll irgendwelche Dinge begutachten und dann darüber objektiv in seinem Blog berichten. Das sei für viele Blogbetreiber eine tolle Einnahmequelle und eine feine Sache.

Ich bin neugierig, ob sich irgendjemand bei mir meldet. Wer möchte sich in einem True-Crime-Blog besprochen sehen? Ich sags gleich: Eispickel und ähnliches werden von mir nicht auf ihre Tauglichkeit geprüft werden!

schönen Tag allerseits!
Ingrid

13.01.08

Crime-Telegramm / Neues vom Lommemann

















Zwei Mal Dagbladet:
Das "zynische Doppelleben" des Täters und
"So spielte er mit der Polizei Katz und Maus"

Bald wird der Lommemann sein eigenes Posting mit einer Beschreibung der Fälle und vor allem der langen, komplizierten Nachforschungen bekommen. Bis dahin aber noch einige kleine News über diesen Fall.

Viele Norweger wissen inzwischen, um wem es sich bei dem Sexualtäter handelt. Seit Freitag machte in Norwegen eine SMS die Runde: „Der Hosentaschenmann heißt N.N.“ Ich werde ihn vorläufig weiterhin „Lommemann“ nennen. (was übrigens nicht heißen soll, dass er wirklich N.N. heißt ... es kann auch A.B. sein, oder B.N., oder B.A. ..)

Was man inzwischen sonst noch alles weiß:

Der „Lommemann“ ist Unternehmer, er hat mit einer eigenen Firma ein Vermögen erwirtschaftet. Er besitzt schnelle, teure Autos und eine kostbare Gitarrensammlung.

Seinen 50. Geburtstag hat er wahrscheinlich damit gefeiert, dass er sich an dem Tag an zwei Jungen verging.

Meistens forderte er die Jungen dazu auf, in seine Hosentasche zu greifen. Aber es gibt auch wesentlich schlimmere Vorfälle, die rein strafrechtlich wahrscheinlich als Vergewaltigung eingestuft werden.

Der „Lommemann“ ist vielleicht mit dem „Bandagemann“ identisch. In den 90er Jahren hat in Bergen ein Mann kleine Jungen sexuell belästigt. Er behauptete, am Bein einen Verband zu haben und bat die Jungen, ihm beim Verbinden zu helfen. 1999 hörten diese Übergriffe auf. Wie man heute weiß, ist der „Lommemann“ 1999 einmal kurz festgenommen worden. Er stand damals unter Verdacht, aber es fehlten Beweise. Er kam sofort wieder frei. Anschließend gab es in Bergen keine Vorfälle mehr. Kurz darauf begannen die Übergriffe des „Lommemannes“. Die Polizei glaubt, dass der Mann nach seiner Festnahme damit aufgehört hat, in seiner eigenen Stadt sein Unwesen zu treiben.

Bei seiner Verhaftung am Freitagmorgen trug der „Lommemann“ eine Pistole bei sich.

Bei der Hausdurchsuchung fand die Polizei übrigens mehrere Hosen, deren Hosentaschen Löcher hatten. Die Löcher waren mit Scheren in die Taschen geschnitten.

Sein Bruder ist Polizist!

Der Bruder des „Lommemannes“ ist übrigens Polizist in Bergen! Dreimal hat er sich quasi direkt vor der Nase seines Bruders an kleinen Jungen vergriffen. Der Bruder ist verständlicherweise schockiert. „Wenn ich geahnt hätte, dass es mein Bruder ist – ich hätte ihn sofort festgenommen! Der Verhaftung kam für mich wie ein Blitz vom Himmel.“