14.05.10

Crime-Telegramm - Dreifach-Mord erschüttert Schweden


Drei Morde und drei Festnahmen, aber nur ein Mörder - eine Familientragödie unfassbaren Ausmaßes spielt sich dieser Tage in Schweden ab. Zwei der Festgenommen sind eindeutig unschuldig und wieder auf freien Fuß, aber der dritte - ein 21-Jähriger - hat den Dreifachmord gestanden. Er hat seine beiden jüngeren Stiefgeschwister und deren Vater mit einer Axt erschlagen. Als die Mutter am Dienstag mit dem Fahrrad nach der Arbeit nach Hause kam, war ihr Haus von Polizei umstellt. Langsam brachte man ihr bei, dass ein Teil ihrer Familie ermordet wurde, während der andere Teil ihrer Familie unter Tatverdacht stand.
Die Familienverhältnisse sind etwas kompliziert, aber nicht untypisch für die heutige Zeit. Trotzdem haben sie mit Sicherheit zu den zwei unnötigen Festnahmen geführt.
Ein 62-Jähriger - er ist ein angesehener Forscher - kam im kleinen Ort Härnösand nach Hause und fand seine beiden Stiefkinder - ein 15-jähriger Junge und ein 12-jähriges Mädchen - tot auf. Der Vater der Kinder - ein Pressefotograf - der sie an dem Tag abholen wollte, war ebenfalls tot. Der 62-Jährige rief sofort bei der Polizei an. Als die Beamten kamen, war er mit Blut verschmiert und litt ganz offenbar unter einen Zusammenbruch. Er irrte um das Haus herum und wirkte absolut verwirrt. Die Polizei nahm ihn fest. Kurz darauf erfuhr die Polizei, dass es in der Familie noch ein drittes Kind gibt, einen 21-Jährigen, den die Mutter mit ihrem ersten Mann - einem Lehrer - bekommen hatte. Nun nahm die Polizei auch noch den Lehrer fest. Es war inzwischen 2 Uhr morgens, er lag im Bett und schlief und hatte von der Tragödie noch nichts gehört, als er festgenommen wurde. Zu diesem Zeitpunkt wusste keiner, wo sich der 21-Jährige eigentlich befand. War er auf der Flucht oder war er auch ein Opfer?
Am nächsten Vormittag fand man schließlich den 21-Jährigen. Er versuchte, sich in der Hafenstadt Holmsund auf einen Frachter zu schleichen, der auf dem Weg nach Russland war. Er hatte sogar Geld dabei, um den Kapitän zu bestechen. Er wurde festgenommen, und er gestand den dreifachen Mord sofort und ohne zu zögern. Warum er seine beiden Halbgeschwister und deren Vater so grausam getötet hat, wird man wahrscheinlich heute erfahren, da er heute dem Haftrichter vorgeführt wird. Es heißt jedoch, der junge Mann sei eifersüchtig gewesen. Diese Erklärung wirkt etwas merkwürdig, denn er lebte fest bei seiner Mutter und deren drittem Mann, während die beiden Halbgeschwister polizeilich bei ihrem Vater gemeldet waren und abwechselnd bei beiden Elternteilen wohnten.
Nicht nur die Mutter ist zusammengebrochen, auch die beiden Männer, die, wenn auch nur kurz, aber trotzdem vollkommen unschuldig, festgenommen worden waren. Einer hatte die Toten gefunden, der andere muss nun damit leben, dass sein Sohn ein Mörder ist. Und die Mutter hat praktisch alle ihre drei Kinder nun verloren. Die Mutter und ihr Mann, der die Leichen gefunden hat, liegen nun im Krankenhaus und werden dort psychologisch betreut.